Frankfurt setzt auf Kultur-Cluster
20. August 2010

Universitätsbibliothek, Campus Bockenheim
Nach mehreren Jahren der Verhandlungen und Planung, gaben das Land Hessen und die Stadt Frankfurt nun die endgültige Entscheidung über das Areal der weichenden Goethe-Universität bekannt. Demnach soll in Bockenheim ab 2018 ein "Kulturcampus" entstehen, der das Gebiet auch als Wohn- und Arbeitsbereich attraktiver machen soll. Die Planer sprachen gestern in Frankfurt von einem "kulturellen Ganzlicht".
Nachdem Anfang der Woche die Entscheidung der Stadt Frankfurt, auf dem alten Universitätsgelände in Bockenheim einen Kulturcampus zu errichten, verkündet wurde, äußerte man sich nun über die Einzelheiten. Neben der Hochschule für Musik, sollen sich auch die Junge Deutsche Philharmonie, die Forsythe Company, das Musik-, Theater- und Tanzlabor "Frankfurt Lab" und weitere Institutionen nach dem Umzug der Goethe-Universität ins Westend, an diesem Standort ansiedeln.
Oberbürgermeisterin Petra Roth und der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar sind sich sicher, mit dieser Maßnahme einen höchst attraktiven Kulturstandort zu schaffen, der sich weit über die Grenzen Frankfurts hinaus einen Namen machen wird.
Das Kultur-Cluster ist das Filetstück des 17 Hektar großen Areals, auf dem auch Wohnungen und Büros entstehen sollen. Als größter Bauherr auf dem Gelände, wird das Land rund 120 Millionen Euro investieren, um eine neue Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zu errichten. Kurzfristig soll schon ein für die Musikschüler entstehen, die bislang auf teuer zu gemietete Proberäume ausweichen müssen. Des weiteren soll ein hochmodernes Konzerthaus gebaut werden. Die denkmalgeschützte Bibliothek wird allerdings den neuen Plänen weichen müssen. Die Dondorf-Druckerei soll erhalten bleiben. Da der Umzug der Universität in Etappen vor sich geht und es am neuen Standort noch nicht genügend Bibliotheksgebäude gibt, kann der Bau des Kulturcampus allerdings nicht vor 2018/2019 beginnen.