Glass arbeitet an zweiter Kafka-Vertonung
17. November 2010

Philip Glass
Philip Glass ist einer der produktivsten Komponisten der Gegenwart. Die Zuordnung zum Genre des Minimal-Stils ist umstritten, da sein Werk weit darüber hinaus reicht. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit der Schönbergschen Atonalität im Zuge der Entwicklung der Zwölftontechnik und ähnlicher Praktiken wandte er sich früh von dieser musikalischen Bewegung ab.
Zum 25. Geburtstag des Ensembles Music Theatre Wales will Komponist Philip Glass seine zweite Kafka Oper vorstellen. Die vertonte Novelle "Der Prozess" wird demnach 2013 ihre Uraufführung erleben. Die erste Kafka-Vertonung "In der Strafkolonie" lässt Glass derzeit für sein Label "Orange Mountain Music" aufnehmen.
Der 1937 in den USA geborene Musiker Philip Glass ist einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Glass hatte in New York und Paris studiert, bevor er sich der musikalischen Avantgarde zu, aber schnell von der schönbergschen Tradition abwandte. Ab 1970 begann er mit dem Philip Glass Ensemble eigene Kompositionen, mit ganz neuen musikalischen Ausdrucksmitteln zu veröffentlichen. Eines der bedeutendsten Werke dieser Zeit ist das vierstündige "Music in Twelve Parts" von 1971. In der Zusammenarbeit mit Robert Wilson entstand Glass' erfolgreichste Oper "Einstein On The Beach", die später zum Zyklus wurde und die ihm zu internationalem Ruhm verhalf. Es folgte die Mahatma-Gandhi-Oper "Satyagraha" (1980) und "Akhnaten" (1983). In den letzten 25 Jahren entstanden insgesamt 25 Opern.
Endgültig zum Komponisten der New-Age-Bewegung wurde Glass durch seine musikalischen Beiträge zu dem Film Koyaanisqatsi, wodurch er auch in der Filmbranche zunehmende Popularität erlangte. Er prägte einen einmaligen Stil, der mitterweile vielfach kopiert wurde.