Kein neues Schauspielhaus für Köln
14. April 2010

Schauspielhaus Köln
Nachdem der Abriss des Kölner Schauspielhauses seit Dezember vergangenen Jahres beschlossene Sache war, wurde der Plan nun gekippt. Der Stadtrat gab in einer Sondersitzung dem Bürgerbegehren für eine Sanierung des alten Gebäudes recht. Der Kölner Stadtrat gab gestern dem Bürgerbegehren gegen den Neubau eines Schauspielhauses in Köln nach. Rund 50 000 Protestunterschriften waren gesammelt worden, die der SPD und Oberbürgermeister Jürgen Roters, der sich mit seiner Partei für den Neubau stark gemacht hatte, den Wind aus den Segeln nehmen. Damit muss die Stadt Köln zum ersten Mal einem Bürgerentscheid geschlagen geben. Zu teuer sei der Neubau und nach immer neuen Änderungen aufgrund von Sparmaßnahmen, sei auch die Architektur nicht zweckmäßig.
Nachdem man sich in den Parteireihen lange uneins war, ist nun auch die Grünen-Fraktion für eine Sanierung des alten Gebäudes. Roters wirbt nach wie vor für den Neubau, der Kölns Glanz weit in die Welt hinaus tragen könne. Der Abstimmungstermin wurde für Juli festgesetzt. Zur Zeit aber unterstützt die Mehrheit der Angeordneten das Bürgerbegehren "Rettet das Schauspielhaus".
Eine große Kosteneinsparung wird die Sanierung nicht bedeuten, nach dem Beschluss vom Dezember, das alte Haus abzureisen und neu zu bauen, wurde eine Gesamtsumme von 300 Millionen Euro veranschlagt. Eine Sanierung soll mindestens 270 Millionen Euro kosten. Zudem kam der Denkmalschutz noch nicht zu Wort, der mit Sicherheit eine Verzögerung bedeuten wird.
Karin Beier, Intendantin des Schauspielhauses, setzt sich gegen die geplante Sparvariante, wie sie der Neubau nur noch sei, ein. Eine wirkliche Verbesserung des Spielbetriebes könne sie so nicht erwarten. Auch die Erben, des 1962 errichteten Kölner Schauspielhauses setzen sich vehement gegen den Abriss ein.