Met verabschiedet sich von Leonard Slatkin nach nur einer Vorstellung
6. April 2010

Leonard Slatkin
Die Kritiker taten die Leistung des US-amerikanischen Dirigenten Slatkin bei der Inszenierung von "La Traviata" als Desaster ab. Daraufhin entschied sich die Met New York für einen Leitungswechsel. Der Chefdirigent des Detroit Symphony Orchestra, Leonard Slatkin, darf die kommenden Inszenierungen von Verdis "La Traviata" nicht mehr leiten. Direkt nach der Premiere tauschte die Metropolitan Oper in New York den kürzlich als Gast berufenen Dirigenten aus.
Bei Publikum und Kritikern war er durchgefallen. Nach harten Vorwürfen, dass Slatkin es nicht fertig gebracht hätte, eine Harmonie zwischen Sängern und Orchester herzustellen, übernahm nun Hausdirigent Marco Armiliato dessen Stelle.
Der weltberühmte Leonard Slatkin war, bevor er das Detroiter Orchesters übernahm, 12 Jahre künstlerischer Leiter des Symphony Orchestra in Washington. In Wien, Berlin und bei Orchestern auf der ganzen Welt war er zu Gast.
In seinem Blog leonardslatkin.com, wo er die Proben in New York begleitete und kommentierte, gab er nun zu, die verlangte Partitur nicht gekannt und noch nie "La Traviata" dirigiert zu haben. Aus Angst um sein Renommee als Verdi-Spezialist, habe er geschwiegen.
Die Washington Post äußerte sich zu den Vorkommnissen, dass es nicht das erste Mal sei, das sich die Met ihrer Dirigenten entledige, wenn diese den hoch gesetzten Erwartungen nicht völlig entsprächen.
Leonard Slatkin, der aus einer reinen Musikerfamilie stammt, hatte an der Indiana University und in Los Angeles studiert. Dirigieren lernte er bei Jean Paul Morel und debütierte 1966 erfolgreich mit dem Youth Symphony Orchestra of New York. 2000 übernahm Slatkin die Leitung des BBC Symphony Orchestra.
In Deutschland arbeitet er mit nahezu allen großen Orchestern zusammen, so in Dresden, Berlin und München. Größere Beachtung fand der Komponist und Pianist mit der Interpretation amerikanischer und britischer Musik des 20. Jahrhunderts.