Wiedereröffnung des Teatro Colón
27. Mai 2010

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Nach fast 4jähriger Bauzeit öffnet das Teatro Colón in Buenos Aires pünktlich zum Jahrestag der Unabhängigkeit seine Pforten. Über 2700 Gäste waren zum Empfang geladen; das Präsidentenpaar blieb nach einem Eklat der Veranstaltung fern. Weitere 10000 Zuschauer verfolgten die feierliche Wiedereröffnung über Videoleinwände vor dem Theater. Die Restauration verschlang über 80 Millionen Euro und dauerte zwei Jahre länger als erwartet.
Nach einer fast 4jährigen Bauzeit wurde am 25. Mai das Teatro Colón in einem Festakt eröffnet. Der vielleicht berühmteste, mit Sicherheit aber traditionsreichste Opernbau der südlichen Hemisphäre konnte nicht wie ursprünglich geplant zum 100. Jubiläum 2008 fertiggestellt werden. Stattdessen entschied man sich für eine feierliche Neueröffnung im Rahmen der Feiern zum 200. Jahrestag der argentinischen Unabhängigkeit.
Der äußerlich der Mailänder Scala nachempfundene Bau wurde im Jahre 1908 unter der Leitung der drei Architekten Francisco Tamburini, Jules Dormal und Victor Meano fertiggestellt. Der eigentliche Konzertsaal fasst beachtenswerte 3500 Personen und erstreckt sich über sieben Etagen. In seiner 100jährigen Geschichte statteten de facto alle Granden der Oper dem Teatro Colón ihre Aufwartung ab. Richard Strauss und Leonard Bernstein diregierten hier die Orchester; Maria Callas, Luciano Pavarotti und unzählige andere Sänger gaben Gastvorstellungen oder blieben für eine oder mehrere Spielzeiten dem Haus verbunden.
Die neuerliche Restauration des Teatro Colón verschlang über 80 Millionen Euro, wodurch sich auch die 2jährige Verzögerung erklären lässt. Über 500 Arbeiter waren teilweise gleichzeitig mit den Renovierungsarbeiten betraut.
Am Vorabend des Unabhängigkeitstages eröffnete das Teatro Colon mit Szenen unter anderem aus "La Bohéme" und der "Fledermaus" die neue Spielzeit. Über 2700 Gäste im und weit über 10000 Zuschauer vor dem Theater verfolgten das Spektakel, welches durch einen politischen Eklat überschattet wurde. Der konservative Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri, hatte öffentlich seine Verärgerung bekundet, neben dem ehemaligen Präsidenten des Landes und Gatten der jetzigen Präsidentin, Cristina Kirchner, sitzen zu müssen. Daraufhin sagte das Präsidentenpaar ihre Teilnahme am Festakt ab.
Die jetzige Spielzeit umfasst über 200 Veranstaltungen. Neben Puccinis "La Bohéme" bilden "Falstaff" und "Don Giovanni" die weiteren Höhepunkte.