Wird Lorin Maazel der neue Chef der Münchner Philharmoniker?
5. März 2010

Lorin Maazel
Der 80-jährige amerikanische Ausnahmekünstler soll in München das Erbe Christian Thielemanns antreten und die Philharmoniker an die Weltspitze dirigieren. Lorin Maazel ist die Stelle des Chefdirigenten der Münchner Philharmonie angeboten worden. Laut Medienberichten soll er das Erbe seines Vorgängers Christian Thielemann, der 2012 zur Sächsischen Staatskapelle wechselt, antreten und vorerst nur für drei Jahre bleiben, bis die Stelle wiederum fest besetzt werde.
Derzeit seien aber die Vertragsbedingungen noch äußerst strittig, hieß es vergangene Woche in der Presse.
Maazel, der am 6. März seinen 80. Geburtstag feiert, gilt als einer der gefragtesten, wenn auch teuersten Dirigenten, die zur Zeit künstlerisch tätig sind. Der vielfach begabte Amerikaner leitete noch vergangenes Jahr die New Yorker Philharmoniker und war bis 2002 Chef des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, das er in seiner Amtszeit an die Weltspitze führte. Als junges Genie übernahm er in den 60er Jahren als Nachfolger Ferenc Fricsays das Rias Orchester und stand bis 1971 der Deutschen Oper vor.
Dass Maazel es bei allen seinen Engagements schaffte, den Status quo der Ensembles nicht nur zu halten, sondern auch zu verbessern, ist auch für München der Anlass Maazel zu gewinnen. Denn hier befürchtet man nach dem Abgang Thielemanns einen enormen Besucherrückgang.
Maazel gilt als Ausnahmekünstler. Doch nicht nur der künstlerische Ruf eilt ihm voraus. Er sei ein Tyrann, urteilen Insider, was in München, wo man sich schon arg an der Persönlichkeit Thielemanns rieb, durchaus zu neuen Schwierigkeiten führen könnte. Dem Kulturreferenten der bayerischen Hauptstadt, Hans-Georg Küppers, geht es aber einzig darum, die Münchner Philharmoniker auf Weltniveau zu führen und das wolle man sich einiges kosten lassen.