Der italienischen Kultur droht die Krise: Regierung beschloss drastische Kürzungen
1. Juni 2010

Arena di Verona
Die Regierung von Silvio Berlusconi hat einen drastischen, auf zwei Jahre angelegten, Sparplan vorgelegt. Besonders betroffen von den geplanten Kürzungen sind demnach die kulturellen Einrichtungen des Landes. Mehr als 230 Institutionen sollen künftig ohne staatliche Unterstützung arbeiten. Die Kulturschaffenden reagierten auf diese Ankündigungen heftig und fordern den Rücktritt von Kulturminister Sandro Bondi.
Laut Medienberichten plant die italienische Regierung drastische Kürzungen im kulturellen Sektor. Demnach sollen mehr als 230 Institutionen keine Förderungen mehr bekommen. 24 Milliarden Euro will man damit einsparen. Zu den betroffenen Einrichtungen, die künftig keine öffentlichen Gelder mehr erhalten sollen, zählen die Stiftung der Arena von Verona, die Stiftung Rossini in Pesaro, das Spoleto-Festival und das Institut Montessori. Die Organisatoren drängen nun den Staatspräsidenten Giorgio Napolitano einzulenken und dem Sparparket Berlusconis nicht zu zu stimmen.
Die Kulturschaffenden selbst sind bereit große Opfer zu bringen, wenn man ihnen entgegen käme. So versicherte der Präsident der Kunst-Quadriennale in Rom, Gino Agnese, auf sein Gehalt zu verzichten. Mittlerweile wird der Rücktritt von Kulturminister Sandro Bondi gefordert. Dieser sieht sich machtlos. Er habe keine Einflussmöglichkeiten mehr und sei selbst von den Beschlüssen ausgeschlossen worden. Dennoch befürwortet er die geplanten Kürzungen im Kulturbereich.
Schon lange kämpfen die italienischen Bühnenhäuser mit hohen Schuldenbergen und werden von der Regierung sonderverwaltet. Die Arena di Verona allein verzeichnet ein Defizit von 20 Millionen Euro. Das massive Sparprogramm, bei dem es auch zu erheblichen Stellenkürzungen im öffentlichen Bereich kommen soll, ist auf zwei Jahre angelegt. Nun drohen die Gewerkschaften mit Generalstreiks.