Italiens Bühnen leiden weiter unter drastischem Sparkurs
3. August 2010

Teatro Carlo Felice
Nachdem zahlreiche italienische Kultureinrichtungen ihre Notlage bekundet haben, scheint nun auch die Stadt Genua ihre wichtigste Bühne zu verlieren. Die Mitarbeiter des Teatro Carlo Felice sind bereits auf Kurzarbeit gesetzt worden. Wie es weiter geht steht in den Sternen. Die Stadt Genua hat bereits erklärt, dass sie für keine Schulden und laufenden Kosten aufkommen könne. Schuld an der Misere ist der Entschluss der Regierung 232 kulturelle Einrichtungen finanziell nicht mehr zu unterstützen.
Das Teatro Carlo Felice in Genua steht vor der Schließung. Die 300 Mitarbeiter sind seit etwa zwei Wochen nur noch in Kurzarbeit beschäftigt. Laut Aussagen der Oberbürgermeisterin der italienischen Stadt, fehle in den Staatskassen das Geld, um die Schulden im zweistelligen Millionenbereich und die laufenden Kosten des Bühnenhauses zu decken.
Mit der drohenden Insolvenz des Teatro Carlo Felice setzt sich die Reihe, der vom drastischen Sparkurs der italienischen Regierung betroffenen Kultureinrichtungen fort. Mit der Hoffnung in nur zwei Jahren mehrere Milliarden Euro einzusparen, hatte die Regierung Berlusconis zu Beginn des Jahres angekündigt, die finanzielle Unterstützung für über 200 Kulturinstitutionen zu streichen.
Auch das Teatro Carlo Felice in Genua hatte bis vor Kurzem unter staatlicher Sonderverwaltung gestanden und ist nun - zumal derzeit ohne Leitung - in seiner Handlungsfreiheit drastisch eingeschränkt. Nun drohen die Gewerkschaften mit der Besetzung, um die Regierung zu einer Entscheidung zu zwingen. Zuletzt war vor allem die weltberühmte Arena di Verona, das Institut Montessori und das Spoleto-Festival von den Entwicklungen betroffen. (Klassik.de berichtete)
Das Teatro Carlo Felice gehört zu den besten Bühnenhäusern Italiens. Das 1828 eröffnete Gebäude war erst 1991 nach einer Komplettmodernisierung der Innenräume und der Sanierung der historischen Fassade wieder eröffnet worden.