Schimmel aus der Insolvenz gerettet
8. April 2010

Schimmel Klavier
Der Klavierbauer Schimmel, der im Sommer vergangenen Jahres Insolvenz anmelden musste, scheint gerettet. Die Gläubiger stimmten einem Sanierungsplan zu und verzichten teilweise auf Forderungen. Wie die Financial Times Deutschland berichtete hat die Gläubigerversammlung dem neuen Sanierungsplan für den Klavierbauer Schimmel zugestimmt. Danach sollen durch eine angepasste Tarifstruktur mehr als 500 000 Euro pro Jahr eingespart werden können. Die Arbeitsplätze der 125 Mitarbeiter, die der Klavierbauer derzeit noch beschäftigt, seien aber für die nächsten Jahre gesichert.
Die Mitarbeiter müssen allerdings im Durchschnitt auf 15 Prozent ihres Lohnes verzichten, so sieht es der Insolvenzplan vor. Zusätzliche Gratifikationen werden ebenfalls gestrichen. Die Krise soll aber nicht allein auf den Schultern der Mitarbeiter abgelegt werden, auch die Gläubiger haben Zugeständnisse gemacht und verzichten auf Teile ihrer Forderungen.
Andere Gesellschafter, wie der aus Japan stammende Konzert Yamaha haben sich aus der Teilhaberschaft zurückgezogen. Wie Geschäftsführer Schimmel-Vogel bekräftigte, wolle man versuchen den Standort in Braunschweig zu stärken, deshalb verlagere man die Gehäuseproduktion von Leipzig nach Braunschweig. Nach den dafür notwendigen Investitionen an diesem Standort, wolle man noch im Frühjahr eine klangliche und gestalterische Modelloffensive starten.
Der Klavierhersteller Schimmel, der bereits in der vierten Generation hochwertige Instrumente fertigt, war vor sieben Monaten in Insolvenz gegangen. In Deutschland ist Schimmel der führende Hersteller für Klaviere und Flügel mit international anerkannter Klangtechnik. Die Wirtschafts- und Finanzkrise, die die gesamte Intrumentenbaubranche ereilt hat, traf das Braunschweiger Unternehmen im Sommer 2009, als es noch 150 Mitarbeiter beschäftigte. Nach neuen Investoren muss sich das Traditionsunternehmen nun vorerst nicht umschauen.